Urlaubsfeeling beim Hände waschen | SO PASTELLE-Gründerinnen Conny und Petra im Interview

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Manche Düfte erzeugen ein Gefühl von Urlaub - wer sich schon einmal Seife aus Südfrankreich mit nach Hause genommen hat, der weiß, wovon ich spreche. Glücklich sind die, die in der Provence leben und den Duft von Lavendel, Oliven und salzigem Meer tagaus tagein schnuppern dürfen. Conny und Petra sind zwei glückliche Auswandererinnen, die - gebürtig aus München stammend - mit ihren Familien in der Nähe von Marseille leben und Anfang 2021 ihr gemeinsames Unternehmen So Pastelle gegründet haben. Worum geht's? Natürlich um duftende Seifen, hergestellt nach der origialen Savon-de-Marseille-Art. Was das besondere an den Naturseifen von So Pastelle ist und wie es sich als deutsche Familie in Frankreich lebt erzählen uns Conny und Petra im Interview!

Liebe Petra, liebe Conny, stellt euch doch mal kurz vor.

Sehr gerne, los geht’s: Wir sind Petra, 37, vor knapp fünf Jahren mit Mann und damals zweijähriger Tochter in die Provence gezogen. Zur gleichen Zeit schwanger mit einem Sohn, der kurz darauf in Aix-en-Provence geboren wurde. Die Kinder sind heute knapp vier und sechs.
Und Conny, 37, vor sieben Jahren für geplante eineinhalb Jahre in die Provence gekommen. Und nun mit Mann, zwei Töchtern (9 und 4) und Hund Homer immer noch hier.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Petra: Conny wohnt im Nachbarort. Wir haben uns über einen Arbeitskollegen kennengelernt, der uns kurz nach Ankunft in der Provence einander vorstellte. Obwohl wir sehr verschieden sind, haben Conny und ich uns hier gefunden. Wir sind mittlerweile beide sehr ins französische Leben integriert, aber viele Dinge verbinden uns einfach: wir kommen beide aus München, die Kinder verstehen sich super, wachsen zweisprachig auf, wir können über deutsch-französische Eigenarten lachen, …

Conny: Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden, die Kleinen sind nur ein paar Monate auseinander, so dass wir gemeinsam unsere zweite Elternzeit hier verbracht haben. Eine sehr prägende Zeit. Grundsätzlich bleiben in Frankreich wenige Mütter mehr als 3-6 Monate zu Hause und wenn ja, dann eher versteckt – zumindest finden die wenigen Babykurse und Mamitreffs, nur am Mittwoch oder Samstag statt. Vormittags auf einem Spielplatz oder in einem Café trifft man kaum Gleichgesinnte. Hinzu kam natürlich die Sprachbarriere, da mein Französisch vor ein paar Jahren noch nicht ganz so flüssig war.

Wie kam es zu der Gründung eures Unternehmens So Pastelle?

Die Idee zu den Seifen entstand tatsächlich während des ersten Corona Lockdowns hier. Wir wurden noch sensibler für gute, lokale Produkte. Irgendwann meinte Petra, dass die Nähe zu den traditionellen Seifensiedereien ja ein unglaublicher Vorteil dieser Gegend ist. Jeder, der uns bis dahin zu Besuch kam, nahm immer eine Tasche voll mit Seifen für zu Hause mit. Durch Corona haben wir angefangen die Seifen per Post zu schicken, da der Besuch ja nicht kommen konnte. Urlaubsgrüße für zu Hause. Und so war die Idee geboren.

Ursprünglich kommt ihr aus München und wohnt seit einigen Jahren in der Nähe von Marseille. Eure Kinder gehen dort auch zur Schule. Plant ihr, irgendwann wieder zurück nach Deutschland zu ziehen?

Conny: Wir haben gerade ein Haus hier gekauft, das wir seit einigen Monaten renovieren. Darüber könnte ich ein eigenes Kapitel schreiben, aber das ist ein anderes Thema… ;) Wir bleiben also erst einmal hier! Das Schulsystem, wenn auch in Deutschland heftig kritisiert, finden wir wirklich toll. Sehr günstige und gleichzeitig hochwertige Vollzeitbetreuung von 8.30 bis 16.30 für Kinder ab 3 Jahren. Und bei Bedarf können die Kinder morgens früher gebracht werden und abends länger bleiben. Mittwoch ist schulfrei oder Ferienbetreuung. So kann ich Vollzeit arbeiten, mein Mann auch.
Ich wollte immer nach München zurück. Allerdings - wenn man 7 Jahre die Sonnenseiten Südfrankreichs kennengelernt hat, fällt es einem schwer, alles aufzugeben. Ich bin vor 15 Jahren aus München weg, wir haben dort keine Wohnung oder Haus, alles ist teuer, und man bräuchte mindestens einen neuen Arbeitsplatz…also bleiben wir erst einmal hier. Wie lange, das wird sich zeigen.

Petra: Ich sehe das ähnlich wie Conny. Auch wenn der erste Schultag meiner Tochter (in Frankreich mit 3 Jahren) für mich ein ziemliches Schock-Erlebnis war (meine gerade mal 3-Jährige hier vor der Klassenzimmertür mit 25 anderen Kindern abgeben - ohne Eingewöhnung ohne nichts?), bin ich mittlerweile ziemlicher Fan des französischen Systems geworden. Zumindest für die ersten Jahre. Und zumindest für unsere Kinder. Sie fühlen sich pudelwohl und genießen wirklich die besten Aktivitäten, sie schwärmen abends von ihren Mittagsmenus, während ich mir gerade mal ein Brot mit Butter nebenbei reingeschoben habe. Es wird sich sogar oft beschwert, wenn ich zu früh zum Abholen komme (ab 16:00 habe ich im Prinzip ein schlechtes Gewissen) und sie nicht wie viele andere Kinder bis 18:30 in Betreuung lasse. Wie das Schulsystem später in höheren Klassen ist, können wir noch nicht beurteilen.
Nichtsdestotrotz, werden wir tatsächlich in diesem Jahr als Familie wieder nach München gehen. Umso schöner, dass ich mit unserem Seifenbusiness hoffentlich immer eine Verbindung in die Provence behalten werde und wir werden vermutlich mindestens jede Ferien hier verbringen und den einen oder anderen Business Trip kann ich so auch verbinden.

Erzählt uns ein bißchen von euren Seifen. Was zeichnet eure "Naturseifen" aus und wie wichtig ist euch das Thema Nachhaltigkeit?

Petra: Hier in der Provence kennt man fast keine andere Seife. Die Savon de Marseille ist echte Naturseife und wird hier in der Region nur noch von ein paar wenigen Seifenherstellern fabriziert. Die Herstellung läuft nach ganz bestimmten Schritten ab, bei denen besonders viel Glycerin in der Seife enthalten bleibt. Echte Savon de Marseille besteht zu mindestens 72 Prozent aus Pflanzenöl. Durch den hohen Glycerinanteil ist die Seife besonders pflegend und sanft zur Haut. Sie ist vegan und ohne synthetische Tenside.

Die Franzosen lieben gute Qualität, zumindest bei Pflegeprodukten und beim Essen. Das merkt man einfach. Uns ist irgendwann aufgefallen, dass wir gar keine Handcreme mehr brauchen…

Conny: Das Thema Nachhaltigkeit ist uns natürlich sehr wichtig. Es gibt so viele Stellschrauben, die man beachten muss oder kann. Da sind wir sicher noch nicht perfekt, aber wir nehmen es sehr ernst. Wir legen sehr viel Wert auf Regionalität und lokale Wirtschaftskreisläufe. Unsere Seife wird in traditionellen, kleinen Unternehmen gefertigt, die bei der Herstellung auch sehr auf hochwertige Ressourcen achten und natürlich auch auf die Umwelt. Unsere Seife besteht aus natürlichen, nachwachsenden Inhaltsstoffen ohne Mineralöl.
Die Verpackung haben wir nach Abwägen sämtlicher Vor- und Nachteile aus recyceltem und recycelbarem Kunststoff gewählt, arbeiten bereits schon an Nachfüllpacks und wiederbefüllbaren hochwertigeren Flakons. Von unseren Erlösen unterstützen wir außerdem das Ocean Clean Up Projekt.

Wie habt ihr das letzte Jahr mit Corona in Frankreich erlebt und wie beeinflussen die Ereignisse euer frisch gegründetes Business?

Letztlich hat uns die Pandemie ja zur Gründung geführt. Bei einem Glas Rosé in Petras Garten im ersten Lockdown ist die Idee entstanden. Dadurch, dass die Schulen hier sehr lange offen waren, konnten wir ganz gut arbeiten. Darüber sind wir sehr froh.
Insgesamt ging alles deutlich langsamer voran als unter normalen Umständen. So Pastelle haben wir ja auch erst mal neben unseren anderen Jobs gegründet. Aber wir haben erstaunlicherweise doch recht viel geschafft.

Wir wünschen uns sehr, dass man bald wieder unbeschwert reisen kann - insbesondere Südfrankreich ist ja eine beliebte Urlaubsregion. Habt ihr ein paar Ausflugstipps für Familien rund um Marseille? Wo verbringt ihr gerne Zeit?

Conny: Das Tolle: Die Sonne scheint so gut wie immer – da geht es einem einfach immer gut! Am besten für zwei Wochen ein schönes Haus mieten und abwechselnd am Pool entspannen oder die Gegend erkunden. Das kann man sogar im Winter machen. Heute die Bergdörfer im Luberon, morgen in Aix-en Provence Mittag essen, das Stadtleben in Marseille erkunden, eine Wanderung an die Calanques. Das Leben genießen zählt hier mehr als etwas zu erleben. Auch herrlich: Obst und Gemüse aus der Region, dazu ein Glas Wein, ein guter Käse vom Markt…

Petra: Das ist vollkommen richtig. Das Licht ist hier irgendwie anders. Es ist heller. Das alleine wirkt sich so positiv auf das Gemüt aus. Und gutes Essen. Haha, es dreht sich wirklich viel um gutes Essen.
Eines meiner liebsten Ausflugsziele in der Region ist das wunderschöne kleine Dorf Lourmarin, ca. 40 Minuten von Aix-en-Provence in Richtung Luberon. Dort mit einem Eis durch die Gassen schlendern. In die ein oder andere kleine Boutique spähen. Ein netter Kinderspielplatz ist anbei. Sehr praktisch.
Oder die Camargue. Dort kann man superschöne geführte Reitstunden buchen, unweit des Strandes. Habe ich neulich mit meiner 6-jährigen Tochter gemacht. Oder einfach ein Picknick an einer der Buchten oder Strände der Côte Bleue. Wir brauchen nicht viel, wenn wir am Meer sein können, deswegen versuchen wir so oft es geht dort hin zu fahren, wenn auch nur für zwei bis drei Stunden. Das ist sofort absolutes Urlaubsgefühl!

Zum Abschluss noch ein Blick in die Zukunft - was wünscht ihr euch, wie geht es kurz- und langfristig mit "So Pastelle" weiter?

Wir haben so viele Ideen und Pläne - von ganz kleinen bis ganz großen! :) Das Sortiment weiter zu entwickeln steht auf jeden Fall ganz oben. Neue Düfte, neue Sorten. Nachfüllverpackungen. Und - aktuell undenkbar - vielleicht auch wirklich mal eigene Shops! Auf jeden Fall werdet ihr noch viel von So Pastelle hören!


 Alles über Connys und Petras tolle Naturseifen findet ihr unter https://www.so-pastelle.com

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