Gründer Mamis | Caro von den Hoff vom Café Fräulein Frida | #supportyourlocal

Caro---Fraulein-Frida-II

Caro und ich kennen uns nun schon seit einigen Jahren und wir haben uns auf Anhieb bestens verstanden. Es gibt so Menschen, bei denen ist einfach sofort eine Verbindung da. Caro ist Gründerin des familienfreundlichen Café Fräulein Frida und wohnt mit ihrer Familie in Köln. Vorher hat sie studiert und eine Zeit in Hannover gelebt und gearbeitet. Caro ist eine Macherin. Sie verwirklicht ihren Traum und lebt diesen. Wie sie das - insbesondere in der Corona-Krise – meistert, erzählt sie im Interview:

Hallo Caro! Wir kennen uns ja jetzt schon eine ganze Weile. Magst du dich für unsere Mamis nochmal kurz vorstellen:

Hi, ich bin Caro. 38 Jahre alt, Mama der fast neunjährigen Frida und betreibe in Köln Ehrenfeld seit fast sechs Jahren das gleichnamige familienfreundliche Café Fräulein Frida.

 

 

 

Vor fast sechs Jahren hast du das Café in Köln eröffnet. Wie ist die Idee zu Fräulein Frida entstanden?

Während meiner Elternzeit habe ich festgestellt, dass Deutschlands Gastronomie nicht wirklich kinderfreundlich ist. Das, was es damals gab, war wenn zu 100% auf Kinder ausgelegt, jedoch weniger auf die Eltern. Mit dem Café wollte ich einen Raum schaffen, der jeden anspricht und für jeden schön ist. Ein Ort für Gäste jeglichen Alters.

 

 

Das klingt toll! Was hast du vor deiner Zeit als Familien-Café -gemacht?

Ich habe in Mönchengladbach Bekleidungstechnik studiert.

Ach, wie spannend. Wie kam es dazu?

Ich habe immer schon genäht und war auch immer schon modeinteressiert. Nach dem Abi habe ich erst mit Architektur gestartet. Dann Modedesign an einer privaten Hochschule. Das war aber nicht ganz meins. 2004 habe ich dann den Studiengang in Mönchengladbach entdeckt und 2008 meinen Abschluss gemacht.

Und, wie ging es danach weiter?

Nach dem Studium hat mich erstmal das Fernweh gepackt. Ich habe mich mit einer Freundin für sechs Monate auf eine kleine Weltreise begeben. Als ich zurück kam hatte ich große Angst keinen Job zu bekommen. Also bin ich schweren Herzens aufgrund eines Jobangebots nach Hannover zu einem DOB (Damen Oberbekleidung) Hersteller. Überraschenderweise fand ich es in Hannover super und hatte tolle Kolleginnen.

Wie, wann und warum bist du dann wieder zurück nach Köln?

Der Vater meiner Tochter hat mich nach Aachen zurück geholt. Im September 2011 ist Frida auf die Welt gekommen. In der Elternzeit sind wir dann wieder nach Köln gezogen. In Köln habe ich mich dann komplett neu orientiert und den Traum realisiert, mein eigenes Café zu eröffnen. Schon während meines Studiums habe ich immer gekellnert und hatte den Wunsch, irgendwann meinen Traum von einem kleinen Café zu verwirklichen. Durch die Elternzeit und das erste Jahr mit meiner Tochter war die Nische bzw. die Idee zu meinem Café gefunden.

 

Wie lange hat es dann von der Idee zur Eröffnung des Cafés gedauert und was waren die größten Herausforderungen?

Bis zur Eröffnung hat es dann tatsächlich nochmal 1,5 Jahre gedauert. Businessplan schreiben, mehrere Gründerseminare belegen, Schulungen besuchen, die passende Immobile finden, umbauen, Nutzungsänderung beim Bauamt beantragen. Das war alles extrem langwierig. Die Immobilie habe ich durch einen großen Zufall gefunden. Danach ging’s dann gleich mit der Einrichtungsplanung, Design und Konzeption weiter. Das habe ich damals alles komplett alleine gestemmt. Inklusive Marketing- und Werbemaßnahmen zur Eröffnung im August 2014.

 

Was macht das Konzept deines gemütlichen Cafés aus?

Das wichtigste für mich ist, dass sich jeder im Laden wohl fühlt. Das fängt damit an, dass man in einem schön eingerichtet Café sitzen kann. Großen Wert lege ich außerdem auf die Qualität unserer Produkte. So beziehe ich den Kaffee zum Beispiel in einer eigenen Röstung von Schamong oder Honig von Imkern hier aus der Region. Mittlerweile haben wir uns insbesondere mit unserem Frühstücksangebot inklusive selbst hergestelltem Müsli und unseren hausgemachten Kuchen einen Namen gemacht.

Für die Kleinen haben wir viele tolle Spiel- und Malsachen sowie Bücher und bei warmen Temperaturen einen gemütlichen Innenhof mit Sandkasten. Aber auch wenn du uns ohne Kind besuchst findest du ein ruhiges Plätzchen mit WLAN im vorderen Bereich des Cafés.

 

Das ist ja ein ganz schön breites Angebot und nimmt sicherlich auch viel Zeit in Anspruch. Ich könnte mir vorstellen, dass es gar nicht so leicht ist, ein Café zu eröffnen und eine kleine Tochter zuhause zu haben. Wie bekommst du all das unter einen Hut?

Es ist definitiv eine absolute Berg und Talfahrt. Vor der Eröffnung hatte mich meine Tochter Frida komplett. Das war von heute auf morgen nicht mehr der Fall. Da hat sich Fridas Papa viel um sie gekümmert. Für mich war das aber eine ganz schöne Zerreißprobe. In all den Jahren komme ich immer wieder an den Punkt, an dem ich einfach nur denke: „Was tue ich mir hier gerade eigentlich an?“ Genau so komme ich aber auch immer wieder an den Punkt, dass ich das alles total schön finde. Ich sehe also nicht mehr nur die negative Seite daran, dass Frida eine Mama hat, die viel arbeitet. Ich verlange schon einiges von ihr, aber ich sehe auch die positiven Dinge für sie. Frida ist dadurch zum Beispiel ein total offenes Kind und sehr selbständig geworden. Außerdem konnte Frida schon früh Kopfrechnen, da sie total viel Spaß daran hat, im Laden zu kassieren.

So ein Laden läuft auch nicht von Heute auf Morgen. Man muss ständig optimieren und sich den Bedürfnissen anpassen. Das ist ein großes Ausprobieren. Ich habe am Anfang z.B. nicht gedacht, dass ich irgendwann mal Spielzeug oder Trinkflaschen in meinem Laden verkaufe. Außerdem finden in regelmäßigen Abständen auch Events im Café statt. So z.B. mit euch, kleine Konzerte, Poetry Slams oder Erste Hilfe Kurse speziell für Eltern mit Kleinkindern.

 

 

Du hast einen der kürzesten Arbeitswege, den man sich vorstellen kann. Fluch oder Segen?

Tatsächlich Fluch und Segen zugleich. Teilweise bin ich mit Babyphone wieder in den Laden und habe weiter gearbeitet. Deine Freizeit wird dann schnell auch zur Arbeitszeit. Aber auf der anderen Seite wäre es zeitweise gar nicht anders möglich gewesen.

Aus aktuellem Anlass: Wie ergeht es dir als Gastronomin in der jetzigen Corona-Krise?

Nach anfänglicher Schockstarre habe ich persönlich für mich einen Weg gefunden, die Zeit als unbezahlte „Sabbat-Monate“ an zu sehen. Unsere betrieblichen Fixkosten werden glücklicherweise für einen Zeitraum durch die Soforthilfe getragen.

Meinen Mitarbeitern, die allesamt Mini-Jobber sind, und mir bricht jedoch durch die Corona Umstände gerade das komplette Einkommen weg. Deshalb freuen wir uns um so mehr über den Support und die Unterstützung unserer (Stamm-)Kunden an jedem Wochenende, an dem wir To-Go-Kaffee und -Kuchen anbieten. Auch über die Spenden- und Gutscheinkäufe über Espresso für Kölle und die Veedelsretter sind wir mehr als dankbar. Damit helft ihr uns ein wenig über die Zeit. Wir hoffen natürlich, dass wir bald wieder regulär öffnen können. Die aktuellen Auflagen der Regierung lassen sich bei uns so leider nicht umsetzen.

 

Vielen Dank liebe Caro für das sehr offene Gespräch. Wir drücken euch fest die Daumen, dass sich die Zeiten alsbald ändern und unterstützen von ganzem Herzen. Auch nochmal ein Appell an alle: #supportyourlocal Denkt, egal wo ihr wohnt, an die kleinen Geschäfte und Restaurants. Die sind mehr denn je auf eure Unterstützung angewiesen.

 

Fotos: Cover: Sebastian Vietor // Jeannine Alfes sowie privat
Interview: Sabine Gärtner

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Kommentare 1

Gäste - Cordula

(website) am Dienstag, 26. Mai 2020 08:27

Ich liebe solche Geschichten von Power-Frauen, die sich ihren Traum erfüllen. Ein tolles Konzept, das Caro da hat! So ein Café würde ich mir hier auch sehr wünschen.
Ich finde es sehr bewundernswert wie sie mit den Corona-Herausforderungen umgegangen ist und die Situation angenommen hat wie sie ist - das muss man erst mal schaffen.

Ich liebe solche Geschichten von Power-Frauen, die sich ihren Traum erfüllen. Ein tolles Konzept, das Caro da hat! So ein Café würde ich mir hier auch sehr wünschen. Ich finde es sehr bewundernswert wie sie mit den Corona-Herausforderungen umgegangen ist und die Situation angenommen hat wie sie ist - das muss man erst mal schaffen.
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