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MAMA UND DIE WUT | Tipps für mehr Ausgeglichenheit im Mama-Alltag

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War das wieder ein anstrengender Tag! Ich war die ganze Zeit auf den Beinen, habe am Computer gearbeitet, gekocht, den Haushalt gemacht und nachmittags noch die Kinder bespaßt. Pause blieb leider keine, weswegen ich dann abends auch ziemlich kaputt war und deshalb ausgerastet bin. Meine Tochter wollte die Zähne nicht putzen, mein Sohn sich nicht umziehen. Ich habe geschrien und ein Verbot erlassen. „Dann gibt’s eben ab morgen kein Fernsehen mehr am Abend, wenn ihr danach so seid“, habe ich gerufen und bin wütend die Treppe runtergegangen.

 

Die Reue danach

Etwas später auf dem Sofa tat mir dann alles wieder leid. Was für ein Quatsch, die Strafe mit dem Fernsehverbot! Und ich habe mich gefragt, wieso ich so schlechte Stimmung verbreite und alle darunter leiden, auch ich, denn mein schlechtes Gewissen meldete sich und vermieste mir den Abend zusätzlich. Denn eigentlich ist es ja ganz gewöhnlich, dass Kinder abends, selbst müde und kaputt, keine Lust auf das Umziehen und Waschen haben. Ein paar nette Aufmunterungen, ein kleiner Scherz am Rande hätten gereicht, um sie dazu zu bringen.

Meine Kinder sind also normale Kinder, die trödeln, chaotisch und ab und zu laut sind, so wie alle anderen eben auch. Warum nur fällt mir dann der nette Umgang mit ihnen so schwer und wieso sehe ich die Weigerung, sich die Zähne zu putzen, als Frontalangriff auf mich?

 

Mental Load und die Folgen

Die Wahrheit ist - mir ist das alles zu viel. Ich mache keine Pausen, ich habe immer etwas zu tun und komme nicht zur Ruhe. Abends lasse ich meine Überforderung an den Kindern aus. Das ist verständlich, aber nicht in Ordnung. Schließlich bin ich die Erwachsene, die für die Stimmung im Haus verantwortlich ist, und sie sind Kinder, die sich auch wie solche benehmen dürfen.

In der letzten Zeit habe ich mich viel mit diesem Thema beschäftigt, denn ich wollte unbedingt an mir arbeiten. Wo kommt sie eigentlich her, diese Wut? Ein wenig ruft da eine innere Stimme in mir: alles bleibt an dir hängen. Deine Familie ist einfach undankbar. Alles wird dir vor die Füße gekippt und du musst aufräumen, einkaufen, Urlaube planen, Kindergeburtstage organisieren.

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Ich brauche Unterstützung

Das habe ich dann erst einmal meinem Mann erklärt und mich bemüht, mein Problem sachlich zu schilden. Er hat sehr pragmatisch reagiert und sofort gesagt, dass er sich um den nächsten Urlaub kümmert. Wir haben dann noch meine Schwester angerufen und sie war so lieb, sich für die Kindergeburtstage freizunehmen und sogar noch die Party zu organisieren.

Und wir haben uns im nächsten Schritt mit den Kindern hingesetzt. Die beiden Großen sind fast sechs und fast acht. Können wir ein paar Abmachungen treffen, habe ich sie gefragt? Ihr könntet zum Beispiel eure Schmutzwäsche in den Wäschekorb packen, mir beim Decken helfen und wenn ihr aus Schule und Kindergarten kommt, die Jacken aufhängen. Die Kinder waren sogar einverstanden.

 

Zusammen ein Team

In den nächsten Tagen habe ich sie natürlich sehr oft an unsere Abmachungen erinnern müssen, das war aber auch nicht weiter schlimm. Denn solange ich freundlich bleibe, sind die Kinder wirklich sehr hilfsbereit. Sie reagieren meist nur dann ärgerlich, wenn ich meckere oder gar laut werde. Eigentlich verständlich, oder? Mittlerweile sind drei Wochen vergangen und sie erledigen ihre kleinen Aufgaben von alleine. Mir hat es ein wenig Arbeit abgenommen und ich habe gemerkt, dass es nicht so schwer ist, um Unterstützung zu bitten. Meine Familie ist gar nicht gegen mich, sondern hilft mir sogar sehr gerne! Diese Bestätigung hilft mir sehr im Kampf gegen die Wut.

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Ein neuer Blick auf mich selbst

Es hat sich aber nicht nur etwas in der Kommunikation miteinander geändert, sondern auch meine innere Stimme klingt anders. Meine Wut und meine Überforderung, der Grund dafür lag einfach auch an all dem, was ich mir selbst aufgehalst habe. Ich neige dazu, laufend die Verantwortung für etwas zu übernehmen, vom Ehrenamt in der Schule über Streitereien zwischen den Kindern, für Ausflugspläne der Familie, die gesamten Wäsche und alles andere auch. Ich gönne mir keine Pause, weil ich meinen Beruf gut machen und den Haushalt im Griff behalten möchte. Wenn ich mir das bewusst mache, ist es ein kleiner Schritt zu erkennen, dass das einfach zu viel ist. Verantwortung abzugeben, sich nicht so sehr auf die Außenwirkung zu konzentrieren, Pausen einzulegen und hinzunehmen, dass es immer einige To-Dos auf der Liste gibt, die nicht machbar sind – das halte ich mir nun täglich vor Augen. Ich plane meine Pausen und nehme sie so wichtig wie meine Telefonkonferenzen, trinke Kaffee, gehe joggen oder lese.

Weißt du was? Seitdem ich das so mache, bin ich abends viel entspannter. Klar, manchmal bin ich genervt und müde, aber ich spüre dann den Stress in mir aufkommen und kann reagieren. Mich kurz mal rausnehmen aus dem Abendwahnsinn oder noch einen Spaziergang um den Block machen. Insgesamt komme ich mit den Kindern viel besser klar und merke, wie sehr es uns allen gut tut, dass ich nicht mehr so streng zu mir bin. Vor allem aber gehe ich auch mit den Kindern besser um und das finde ich ganz großartig.

 

Daher kommen hier meine Tipps für dich:

Wenn du müde und genervt bist, nimm dir eine kleine Auszeit. Zur Not mache ich den Fernseher an, setze die Kids davor und ruh mich eben aus. Gut ist immer, an die frische Luft zu gehen. Frag dich anschließend, was dir so auf die Nerven ging. Kannst du dagegen etwas tun? Bei mir sind es zum Beispiel die Situationen im engen Flur, wenn wir uns alle gleichzeitig fertig machen müssen. Daher ziehen wir uns nun nacheinander an und die ersten gehen schon einmal raus. Mäntel und Taschen liegen sortiert in verschiedenen Kisten und die Kinder halte ich immer dazu an, alles an den richtigen Ort zu legen.

Hol dir Hilfe und bitte deinen Partner, eine Freundin oder deine Eltern um Unterstützung. Spart ein wenig Geld und investiert es in eine gute Babysitterin, die dir dein Kind oder deine Kinder mal ein paar Stunden abnimmt. Oder schau bei Mami-Connection nach einem Betreuungstandem.

Sei lieb zu dir. Nimm dir nicht krumm, wenn es chaotisch ist, wenn die To-Do-Listen unbearbeitet sind oder der Haushalt warten muss. Wir sind unsere stärksten Kritiker und würden so schlecht mit keiner anderen Person umgehen. Warum tun wir es mit uns selbst? Nimm dir drei Perlen, Murmeln oder Steine zu Beginn eines jeden Tags und mache für jeden Stein eine Pause.

Bleib fröhlich und unperfekt, deine Laura

www.heuteistmusik.de


 

 

Mehr über Laura erfahrt ihr auf ihrem Blog Heute ist Musik, oder ihr besuchst sie bei Facebook oder Instagram. Wie Laura ihre Woche kulinarisch gestaltet, hat sie in diesem Gastbeitrag für uns aufgeschrieben. 

 

 

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