WELTREKORD FÜR HEBAMMEN // EIN AUFRUF

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Heute haben wir ein ganz besonderes Interview für Euch. Wir haben über die liebe Kristina Lutilsky von mamylu von einer einzigartigen Aktion erfahren, die wir hundertprozentig unterstützen. Lasst uns gemeinsam eine Lanze für die Hebammen brechen! Kliniktaschenpackerin Kristina ist Teil eines kleinen Teams, das sich für den Erhalt des Berufsstandes der Hebammen einsetzt, und zwar mit einem Brief. Aber nicht irgendeinem Brief, sondern dem längsten Brief der Welt. Ein ambitioniertes Projekt, zu welchem wir Kristina unbedingt befragen mussten.

WELTREKORD FÜR HEBAMMEN|EIN AUFRUF

Liebe Kristina, von den Kliniktaschen zum Weltrekord – warum machst du dich für die Hebammen stark?

Mir liegt es einfach am Herzen, wie Frauen in ihr neues Leben als Mutter starten. Mit mamylu biete ich ja auch nicht nur Kliniktaschen an, sondern viele Tipps und Erfahrungen von anderen Müttern, um Schwangeren die Reise ins Unbekannte zu erleichtern. Mir ist es wichtig, welche Erwartungen sie an die Schwangerschaft, die Geburt und die ersten Wochen danach haben und wie sie sich später daran erinnern. So beflügelnd eine Geburt sein kann, bei der auf natürlichem Wege alles gut verlief, so verstörend ist es, wenn Komplikationen auftauchen und man sich nicht gut aufgehoben – oder schlichtweg allein gelassen – fühlt. Es gibt so viele Situationen der Unsicherheit, ob es eine späte Wendung des Babys im Bauch ist, überraschende Blutungen oder eine ärztlich verordnete Einleitung. Die Schmerzen, die Angst und die Hoffnung bei einer Geburt sind ein extremes Vergrößerungsglas für alle Emotionen. Was in diesen Stunden passiert, gräbt sich tief in die Seele der Mama ein, denn sie ist den Ereignissen ausgeliefert und gezwungen, auf andere zu vertrauen. Hebammen haben für solche Situationen ein fast schon magisches Händchen und geben ein Gefühl der Sicherheit.

Wie war das bei dir mit den Hebammen und warum haben sie unsere Hilfe nötig?

Die Bedingungen, unter denen Hebammen arbeiten, verschlechtern sich immer mehr. Es wird immer schwieriger für Schwangere, eine Hebamme für die Geburt und das Wochenbett zu finden. Ich selbst musste 2012 in München um die 16 Hebammen anrufen, um am Ende eine zu finden, die aus Starnberg anreist. Ich war und bin ihr sehr dankbar dafür! Bei meinem zweiten Kind 2016 hatte ich Glück, dass ich sie noch einmal anfragen konnte. Andere meiner Freundinnen hatten in dem Jahr nicht mehr so viel Glück. Und manche wurden tatsächlich vom Kreißsaal unter Wehen abgewiesen. Da habe ich die negativen Entwicklungen in der Geburtshilfe hautnah zu spüren bekommen. Beim Vorbereitungskurs wurde uns beispielsweise nachdrücklich ans Herz gelegt, uns auf so eine Situation einzustellen und von vorneherein die Nummern von mehreren Kliniken im Handy einzuspeichern.

Wie möchtet ihr Hebammen konkret helfen und mit welchem Ziel?

Wir sammeln handgeschriebene Briefe und fügen sie zu einer großen Schriftrolle zusammen. Wenn sie insgesamt fünf Kilometer lang wird, haben wir einen neuen Weltrekord geschafft! Und auch wenn nicht, geht sie direkt nach Berlin ins Bundeskanzleramt und wird im Nachgang veröffentlicht. Uns geht es bei der Aktion um verschiedene Aspekte: Der Weltrekordversuch soll ein Zeichen für unsere Politiker sein, wie elementar Hebammen für uns Familien und nachfolgende Generationen sind. Die Geburt eines Babys ist für eine Frau der wohl intensivste Moment ihres Lebens. Dabei braucht sie unbedingt eine einfühlsame Begleitung, damit es sie nicht ihr Leben lang als Negativerfahrung verfolgt. Wir erhoffen uns mit dem Weltrekord eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Hebammen, damit der Beruf auch für den Hebammen-Nachwuchs wieder attraktiver wird.

Was soll denn in den Briefen stehen, falls jemand in unserem Netzwerk mitmachen möchte?

Ganz unterschiedlich: Es kann ein Geburtsbericht sein, eine kurze Danksagung an die eigene Hebamme, ein Plädoyer für Hebammen allgemein, aber auch ein Wutbrief oder eine Sammlung von Forderungen. Was auch immer die Öffentlichkeit und unsere Politiker hören sollten, um die hebammenbegleitende Geburtshilfe zu sichern. Aber es gibt auch noch viel mehr Möglichkeiten, die Aktion zu unterstützen – zum Beispiel mit einer Bastelaktion in der Kita, Briefe sammeln beim Sommerfest, Aushänge im Lieblingscafé und vieles mehr.

Vielen Dank, liebe Kristina. Wir wünschen euch viel Erfolg mit der Aktion und trommeln an dieser Stelle nochmal für gaaaaaanz viele Teilnehmer :-)

So macht ihr mit: Der Brief muss ganz klassisch auf A4-Papier verfasst sein. Er kann kreativ per Hand geschrieben oder bunt gestaltet sein. Bitte vermerkt auch, ob wir den Inhalt (anonym) veröffentlichen dürfen. Einsendeschluss ist Ende August 2018. Die Adresse: Familymag-Media, Bartholomäusstr. 51a, 48231 Warendorf-Einen

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Aktionswebseite www.Storchenfonds.org.

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