Tabu-Thema Fehlgeburt und Mamaglück als Solomama | Tomma Rabach

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Tomma und ich kennen uns schon eine ganze Weile, da uns auch der Beruf verbindet. Ihre persönliche Geschichte ist so bewegend, dass wir sie hier schon länger erzählen wollten. Jetzt ist es also so weit: Tomma ist eine absolute Macherin und eine warmherzige und tolle Frau. Als Inhaberin einer PR Agentur hat sie das Kommunikations-Gen einfach im Blut. In den vergangenen 1,5 Jahren hatte Tomma zwei Fehlgeburten. Jetzt ist sie zum dritten Mal schwanger und erwartet im Februar ihr erstes Baby. Uns erzählt Tomma wie es ihr heute damit geht und was sich seit den beiden Fehlgeburten für sie verändert hat:

Liebe Tomma, Erzähl unseren Mamis doch ein bisschen was über dich...

Ich liebe es, an freien Tagen lange und ausführlich zu frühstücken und bin ein absoluter Familienmensch, wozu für mich auch meine engsten Freunde zählen. Ich bin sehr gern am Strand oder spaziere durch den Wald, tanze und (kick-)boxe. In diesem Jahr steht auch wieder das Training von Klimmzügen auf meinem Plan. Auf mich bezogene Ungeduld ist eine meiner größten Stärken ;-) und mein größter Kritiker bin wohl ich selbst. Andere sehen mich als „Stehaufmännchen“ und jemanden, der für seine Träume kämpft. Ein schönes Kompliment. Beruflich bin ich seit 2012 selbständig und führe eine Kommunikationsagentur für Themen, die mir auch persönlich am Herzen liegen: Kids- und Familien-, Food- und Sportmarken.

 

In den vergangenen 1,5 Jahren hattest du zwei Fehlgeburten. Was hat das mit dir gemacht?

Vieles. Zum einen hat es meinen Blick auf das Wunder einer Schwangerschaft und das eines gesunden Kindes verändert. Zum anderen aber auch gezeigt, was für ein Tabuthema eine Fehlgeburt noch immer ist. Und was für Reaktionen Frauen entgegengebracht werden, wenn sie sich dafür entscheiden, offen damit umgehen. Vor allem aber hat es mir gezeigt, wie eng das größte Glück der Welt und eine unfassbare Traurigkeit beieinander liegen können. Und es hat meine Sicht auf die Trauer von Frauen nach Fehlgeburten verändert.

 

Es gibt eine kleine Geschichte zu den beiden Sternenkindern, denn du hast sie in Form eines Tattoos auf deinem Körper verewigen lassen. Wie kam dir die Idee dazu?

Ich hatte bereits zwei Tattoos, als ich mich für das Dritte entschied. Alle drei haben für mich eine persönliche Bedeutung. Und während die ersten beiden an Stellen sind, die für andere nicht oder nur selten sichtbar sind, hab ich mir mein neuestes Tattoo am Handgelenk und damit präsent, stechen lassen. Ein bewusstes Zeichen …

Mit meiner ersten Schwangerschaft ging für mich ein jahrelanger Wunsch in Erfüllung. Ein Wunsch, für den ich sehr viele Hürden gemeistert habe. Ich fühlte mich, als könne mir nichts und niemand etwas anhaben. Als sei ich die stärkste Frau der Welt. Doch nach sehr kurzer Zeit bekam ich die Nachricht, dass die Schwangerschaft nicht intakt sei. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich wollte schon immer Kinder, hatte mich wenige Monate zuvor aus einer gesundheitlichen Hölle gekämpft und nun wartete die nächste große Herausforderung auf mich. In Abstimmung mit meiner Ärztin entschied ich mich dafür zu warten, bis die Schwangerschaft von allein endete – ohne Eingriff, ohne Medikamente.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass es noch Wochen dauern würde, bis ich wirklich Abschied nehmen konnte. Nie hätte ich gedacht, dass eine Fehlgeburt mir so den Boden unter den Füßen wegziehen würde. Schon gar nicht nach einer solch kurzen Zeit der Schwangerschaft. Und auch nicht, dass es sehr lange dauern würde, bis der Riss im Herzen ein Stückchen heilt. Ein halbes Jahr später durfte ich das große Glück einer Schwangerschaft erneut erleben. Doch dieses Mal schwang ab Minute eins die Angst mit, dass etwas schief gehen könnte. Dementsprechend versuchte ich, meine Freude möglichst zu unterdrücken. Damit die Trauer nicht noch einmal so groß sein würde. Als ob man das beeinflussen könnte.

Gleichzeitig machte ich mir genau deshalb Vorwürfe. Doch als ich beim Ultraschall das erste Mal den Herzschlag meiner Tochter hörte, zerbrach die Mauer und ich konnte gar nicht glauben, dass ein solch kleines Wesen schon einen so klaren Herzschlag hat. Als ich das nächste Mal zu meiner Ärztin fuhr, hatte ich kein gutes Gefühl. Immer wieder kam der Gedanke, dass das Herz nicht mehr schlagen würde. Ich versuchte den Gedanken beiseite zu schieben. Doch was eben noch Angst war, sollte sich bei der Untersuchung bestätigen. Meine Ärztin konnte keinen Herzschlag mehr finden. Ein Kollege kam und bestätigte den Tod meiner Tochter. Bereits am nächsten Morgen wurde ich operiert. Ich fühlte erneut diese unendliche Traurigkeit. Und konnte die Welt nicht mehr verstehen.

Ein paar Tage nach der zweiten Fehlgeburt habe ich mich tätowieren lassen. Das keltische Symbol für Mama und Kind, kombiniert mit dem Herzschlag meiner Tochter, einem Punkt für ihr großes Geschwister, zwei Vögel, die für Freiheit stehen und das Symbol der Unendlichkeit. Als Zeichen meiner unendlichen Liebe für die beiden.

 

Hast du Tipps für andere Frauen, die wie du ebenfalls eine Fehlgeburt erleben mussten? Was hat dir damals geholfen?

Mir waren die Erfahrungen anderer und mein offener Umgang eine große Hilfe – auch wenn es Überwindung gekostet hat, damit nicht nur offen, sondern auch öffentlich umzugehen. Doch nur dadurch habe ich so viele Nachrichten bekommen. Erfahrungen anderer, die ähnliches erlebt haben. Es half zu wissen, dass ich mit meinen Gedanken und Ängsten nicht alleine war. Und dass Zweifel dazugehören. Und es war für mich auch wie ein „Befreiungsschlag“. Ich arbeite in der Kids- und Familienbranche und so war es an der Tagesordnung, regelmäßig gefragt zu werden, ob ich denn Kinder hätte. Es ist erschreckend, wie viele Eltern Fehlgeburten erleben. Erschreckend ist aber auch, dass es noch immer ein Tabu ist, obwohl so viele den Schmerz erleben. Wenn darüber berichtet wird, dann häufig nur, dass Person A oder B eine Fehlgeburt hatte. Doch was es mit Eltern und insbesondere uns Müttern macht und wie lange es dauert, bis die Wunde ein kleines bisschen weniger weh tut – darüber sprechen nicht viele. Das wird meiner Meinung nach auch dadurch verstärkt, dass „man“ in den ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft besser nicht darüber spricht. Warum nicht? Warum dieses große Glück nicht teilen? Weil es schief gehen kann? Warum den Schmerz alleine bewältigen? Das Skurrile: Ich kann es sogar verstehen. Und gleichzeitig setze ich mich dafür ein, dass es kein Tabu mehr ist.

Wichtig ist mir zu betonen: Jede Frau (und jeder Mann) soll selbst entscheiden, ob sie darüber reden mag und mit wem. Doch aus Angst schweigen? Das sollte keine Frau! Für die meisten ist eine Fehlgeburt ein traumatisches Erlebnis. Ein Erlebnis, das nicht besser wird, wenn Eltern mit dem Schmerz allein gelassen werden oder es abgetan wird als „Na, das ist doch aber nicht ungewöhnlich in den ersten 12 Wochen“. Dürfen wir nicht traurig sein über den Verlust, nur weil das Risiko ein gegebenes ist? Oder weil es Eltern gibt, die zu einem deutlich späteren Zeitpunkt ihr Kind verlieren? Genau diesen Eltern gehört übrigens mein allergrößter Respekt! Ich weiß nicht, wie sie es schaffen, einen solchen Verlust zu bewältigen. Was ich nie gedacht hätte: Ab Tag eins der Schwangerschaft empfand ich eine starke Verbindung zwischen meinen Kids und mir – auch, wenn ich bei der zweiten Schwangerschaft zunächst aus Angst versucht habe, diese Gefühl zu unterdrücken. Doch Hormone haben wohl ihre eigenen Regeln :-).

Ich habe das große Glück, dass mich meine engsten Freunde in meiner Offenheit unterstützten und auch jetzt noch meine Gedanken und Ängste ernst nehmen. Dass sie meine Schwangerschaften und damit meine Kids nicht vergessen. Erst kürzlich bekam ich von einer sehr lieben Freundin ein zauberhaftes Geschenk. Einen Kerzenständer aus Holz, der mich mit meinem Sohn zeigt, der in Kürze auf die Welt kommen wird. Zwei schlagende Herzen daneben und zwei Sternen am Himmel, die mit mir verbunden sind. Ein wundervolles Zeichen einer Freundin, die ich leider viel zu selten höre und sehe, und die doch ganz eng mit mir verbunden ist.

Eine weitere große Hilfe, mit dem Verlust umzugehen war zudem meine Ärztin, die wahnsinnig liebe- und respektvoll war und mich stets darin unterstützt hat, nicht aufzugeben. Auch die Gründe für den Verlust zu kennen, half mir sehr. Meine Tochter starb an einem sehr seltenen Gendefekt, der noch während der Schwangerschaft zum Herzstillstand führt. Manchmal sogar erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt. Ich habe zudem psychologische Unterstützung in Anspruch genommen. Auch in diesen Gesprächen tat es gut zu hören, dass ich mit meinen Gedanken und Gefühlen nicht alleine bin und die mir einen Weg zeigten, wie ich mit kritischen Reaktionen auf meinen Umgang mit dem Thema umgehen kann.

Ich hatte jobbedingt leider bei beiden Fehlgeburten nicht wirklich die Zeit, all das zu verarbeiten. Und zusätzlich so manch berufliche und gesundheitliche Hürde zu nehmen. Es ist tatsächlich der große Wunsch einer eigenen Familie, der mir die Kraft gibt, nicht aufzugeben. Ich treibe viel Sport und schau, dass ich vieles von dem mache, was mir gut tut und genau das weglasse, was mir Kraft raubt. Das ist jetzt, zu Coronazeiten, natürlich stark eingeschränkt. Und die aktuelle Zeit als Selbständige eine zusätzliche Herausforderung, die es zu stemmen gilt. Anfang des Jahres habe ich ein paar meiner Gedanken aufgeschrieben und am Ende gemerkt, dass es ein Brief an mich selbst war. Zu einem komplett anderen Anlass: nämlich zur aktuellen Pandemie. Das Briefende erinnert mich an meine Stärken. Genau diesen Abschnitt lese ich, wenn Zweifel und Ängste wieder größer werden.

Viele Menschen sind unsicher, wie sie damit umgehen sollen, wenn im Freundes- oder Familienkreis jemand eine Fehlgeburt erlebt ...

... und halten sich lieber zurück, statt etwas vermeintlich Falsches zu sagen. Doch was spricht dagegen, genau das zu äußern? Warum nicht offen damit umgehen, dass man sich hilflos fühlt? Warum nicht schreiben: Ich denk an dich, auch wenn mir gerade die Worte fehlen? Warum nicht sagen, dass man nicht weiß, wann es ok ist, darüber zu sprechen und wann man ggf. eine Wunde wieder aufreißt? Ich bin mir sicher, dass jede Frau anders reagiert. Anderes braucht. Doch aus meiner Sicht ist alles besser als zu schweigen. Alles ist besser als zu vergessen. Ich selbst wusste lange Zeit auch nicht, wann ich darüber reden mag und wann nicht. Ob ich in einer Woche Kinder um mich haben kann oder besser nicht. Irgendwann habe ich es offen gesagt. Auch wenn es häufig alles andere als leicht war. Gerade weil es nicht immer auf Verständnis stieß. Es hilft, wenn Eltern akzeptieren, wenn es für die Person gerade schwer ist, Kinder um sich zu haben. Es wird auch wieder andere Tage geben. Eine Fehlgeburt ist leider tatsächlich etwas, das man erst versteht, wenn man es selbst erlebt hat. So sehr ich solche Aussagen auch ablehne. In diesem Fall trifft es leider zu. Auch ich habe früher anders über Fehlgeburten gedacht. Hätte nicht gedacht, dass schon so früh in der Schwangerschaft eine solch enge Bindung entstehen kann. Dass die Erfahrung einen wahrscheinlich ein Leben lang begleitet. Dass die Zeit rund um den Geburtstag eine schwere sein kann. Dass Schwangerschaften im Freundeskreis Freude und Schmerz zugleich verursachen. Einige haben mir erzählt, dass Freundschaften zerbrochen sind. Mein Wunsch ist es, dass wir offener damit umgehen. Und verstehen, dass eine Fehlgeburt nicht mit der Heilung des Körpers „beendet“ ist. Gerade deshalb sollten wir sehr umsichtig mit der Frage umgehen, ob jemand Kinder möchte oder nicht. Ob eine Frau schwanger sei oder nicht. Niemand sieht, was eine Frau bei diesem sehr persönlichen und emotionalen Thema bereits erlebt hat. Es ist ein schmaler Grat. Das Wichtigste für alle: Ehrlichkeit. Nur so kann Verständnis entstehen. Und eine dicke Umarmung: Die hilft bekanntlich meistens.

Jetzt bist du glücklicherweise wieder schwanger und erwartest in gar nicht allzu langer Zeit dein kleines Wunder. Wie haben dich die Erfahrungen und Erlebnisse aus den beiden Fehlgeburten bei der jetzigen Schwangerschaft beeinflusst?

Das empfinde ich tatsächlich so: Es ist ein Wunder, das ich in mir trage! Und abseits von anfänglichen Blutungen, die mich natürlich sehr verunsicherten, erlebe ich eine wirkliche Traumschwangerschaft. Ich hätte nie gedacht, auch jetzt noch, zu Beginn des 10. Monats, so fit zu sein. Doch genau das zu genießen war vor allem zu Beginn für mich eine Herausforderung. Denn die Ängste, meinen Sohn zu verlieren, waren (und sind auch jetzt noch ab und an) sehr präsent. Was, wenn das Herz wieder aufhört zu schlagen? Ich habe sehr lange diesen Stolz und die unendliche Freude, kurz: die Unbeschwertheit meiner ersten Schwangerschaft vermisst. Und gleichzeitig habe ich mich genau deshalb schlecht gefühlt. Schließlich soll der kleine Mann in meinem Bauch doch spüren, wie sehr er gewünscht und willkommen ist. Und erneut bin ich dankbar, dass ich ein wirklich spitzen Ärzte- und Hebammenteam um mich habe, das meine Ängste und Gedanken ernst nimmt und mich darin unterstützt, zuversichtlich zu sein.

Vor einigen Wochen habe ich im Zuge der Geburtsvorbereitung eine Hypnosesitzung zur Trauma-Auflösung gehabt. Mir war vorher gar nicht bewusst, wie sehr mich die beiden Fehlgeburten noch belasteten und doch fühle ich mich seitdem so viel freier. Ich kann meine Schwangerschaft mehr genießen – ohne schlechtes Gewissen – und ich habe gelernt, wirklich loszulassen. Vor allem die Traurigkeit, die mal mehr, mal weniger bewusst, noch in mir war. Und all die Freude über den kleinen Mann in meinem Bauch zuzulassen, ohne schlechtes Gewissen, seinen beiden Geschwistern gegenüber. Und jetzt, da beruflich etwas mehr Ruhe bei mir eingekehrt ist und das Kinderzimmer fertig ist, kann ich es kaum erwarten, meinen Sohn endlich in die Arme zu schließen und ihm sein Zuhause zu zeigen.

Wie fühlt sich eine (Risiko-) Schwangerschaft in Zeiten von Corona an?

Was ich vermisse ist, meine engsten Freunde regelmäßig zu sehen, noch einmal ans Meer zu fahren und statt „Babyshowerparty“ ein gemeinsames Wochenende zu genießen. Sich in Cafés den Bauch vollzuschlagen und die Freude über den Familienzuwachs nicht nur virtuell zu teilen. Aufgrund der Schwangerschaft, und meines zusätzlich medikamentenbedingt runtergefahrenen Immunsystems habe ich meine analogen Sozialkontakte stark eingeschränkt. Doch die Situation hat für mich als Solomama auch einen positiven Nebeneffekt, wenn ich das so egoistisch sagen darf. Denn so ist es „Normalität“ als Frau ohne Begleitung im Wartezimmer zu sitzen, zur Geburtsanmeldung ins Krankenhaus zu fahren ... Doch ohne Frage: Ich wünsche uns allen wieder covidfreie Zeiten. Wünsche mir, dass mein Sohn Menschen auch ohne Masken kennt. Und eigentlich war mein Plan, dem kleinen Mann seine gesamte Familie vorstellen und ihn in großer Runde willkommen heißen – am liebsten mit einer schönen Feier, einer langen Tafel voller Leckereien und lautem Lachen von Groß und Klein.

Planst du das Tattoo mit der Geburt deines Babys zu erweitern?

Tatsächlich habe ich schon kurz nach dem Stechen des Tattoos gedacht, dass noch etwas fehlt. Dass es „fliegt“. Irgendwie der Halt fehlt. Es rast- und ruhelos auf mich wirkt. In der Schwangerschaft kam mir eine Idee, wie ich es ergänzen kann. Und sobald die Umstände es wieder zulassen, wird das Tattoo meinem veränderten Umgang mit meinen Fehlgeburten angepasst und vollendet – und den Frieden und Stolz und das innere Gleichgewicht und den Optimismus ausstrahlen, den ich mittlerweile empfinde. Und natürlich wird auch mein Sohn einen Platz darin bekommen.

Wie planst du nach der Geburt wieder einzusteigen und was glaubst du wird die größte Herausforderung für dich als Mama?

Ich hab mir bewusst keine zu konkreten Pläne gemacht. Schließlich bin ich in Kürze nicht mehr die einzige Person, die den Alltag bestimmt. Und noch weiß ich nicht, wie das kleine Kerlchen auf die Welt außerhalb seines aktuellen Bauchappartements reagiert. Klar ist, dass ich als Selbständige kein Jahr Auszeit nehme (nehmen kann). Ich bin mir sicher, den Luxus hätte ich mir als Angestellte gegönnt. Vielleicht sogar etwas länger.

Andererseits habe ich als Selbständige das große Glück selbst zu bestimmen, wie viel ich wann arbeite, von wo aus und die Freiheit habe, den Kleinen in covidfreien Zeiten auch mit in die Agentur nehmen zu können. Wo neun Ladys darauf warten, ihn kennenzulernen und sich freuen, endlich auch einen Mann im Team zu haben ;-) Und gleichzeitig wird genau das sicherlich auch die größte Herausforderung: Alle Welten unter einen Hut zu bringen und meinem eigenen Anspruch gerecht zu werden: Meinem Anspruch an mich als Mama, an mich als Agenturchefin, an mich als Freundin, ... und schlussendlich an auch mich selbst. Auch jetzt gibt es Tage, an denen ich mich frage, wie ich all das wuppen soll. Und ich merke, dass ich gerade in aktuellen Zeiten hin und wieder an meine Grenzen gekommen bin – und schon jetzt ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Kleinen habe. Weil ich mir eben nicht immer die Ruhe gegönnt habe, die ich mir hätte nehmen sollen.

Und dass ich häufig die Agentur und nicht meine Schwangerschaft an erste Stelle gesetzt habe. Werden die Zweifel lauter oder kommen durchaus berechtigte, kritische Fragen von außen, mach ich mir bewusst, welche Hürden ich in der Vergangenheit schon genommen habe. Ich habe mir den Schritt, Mama zu werden, so lange und so bewusst überlegt, dass ich naiv bis zuversichtlich bin, dass sich für alles eine Lösung findet. Sicherlich mal fluchend, mal lachend. Und so werde ich auch zukünftig entweder galant über Hürden springen, einen anderen Weg finden oder aber aus den Steinen, die mir im Weg liegen, etwas Schönes bauen.

Danke, liebe Tomma & wir freuen uns schon sehr auf das kleine Kerlchen :-)

Interview: Sabine Gärtner
Fotos: Teaserbild & zweites Bild: (c) Rainer Jensen; Schwangere Bilder: (c) Katharina Jukkert; Teambild: (c) Christoph Niemann

Tommas Agentur: rabach kommunikation

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