Mama, mutig, mittendrin – 5 Fragen an Autorin Corinna Mamok

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Auf dieses Portrait habe ich mich ganz besonders gefreut. Denn wir dürfen euch Corinna vorstellen. Corinna und ich sind uns zum ersten Mal im November 2019 begegnet. Sie fragte mich damals, ob ich Teil eines tollen Fotoprojekts mit ganz verschiedenen Mama-Geschichten werden möchte. Gesagt, getan. Und dann ist daraus sogar ihr erstes eigenes Buch entstanden. Unglaublich, denn auch ich darf - neben ganz wunderaberen anderen Frauen - ein Teil davon sein. Aber, wie es dazu kam, erzählt euch Corinna am besten selbst:

Liebe Corinna, bitte stell dich doch kurz vor:

Hi, ich bin Corinna Mamok und ich bin ein waschechter Bücherwurm mit einer Vorliebe für Pistazien und tiefgründige Gespräche. Am liebsten bin ich am Meer und ich mag es ständig meine eigenen Grenzen zu sprengen. Ich arbeite als Autorin und Fotografin, denn ich habe ein Faible für Menschen. Ich liebe es einfach die Geschichten von interessanten Menschen in Form von Bildern und Texten festzuhalten.

Das klingt toll! Gerade erst gab´s mit „Mama, mutig, mittendrin“ JA die Premiere deines ersten eigenen Buchs. Wie kam es zu der Idee für diesen wunderbaren Mama-Guide?

Ich wollte für mich persönlich die Frage klären “Wie zur Hölle, machen das andere Mütter bloß?”. Das daraus irgendwann mal ein Buch entstehen würde, damit hatte ich zu Beginn nicht gerechnet. Ich dachte zuerst es würde ein Blog oder etwas ähnliches werden. Doch irgendwie war schnell klar, dass die Inhalte die ich gesammelt habe viel zu wertvoll waren um sie nur für mich zu behalten bzw. nur einer kleinen Leserschaft zugänglich zu machen. Ich habe darin die Chance gesehen, ganz vielen Müttern mit meiner Arbeit zu helfen.

Um zu erzählen, wie es überhaupt zu dieser Frage in meinem Kopf kam, muss ich allerdings ein wenig ausholen:

Im Sommer 2018 war ich ungeplant mit Zwillingen schwanger und diese Tatsache richtete ordentlich Chaos in meinem Kopf an. Als ich mich dann bewusst für die Zwillinge entschied, erlitt ich ein paar Tage später eine Fehlgeburt. Das war ein Punkt, an dem ich mich vom Leben ziemlich verarscht gefühlt hatte. Zerfressen von Schmerz war ich plötzlich an einem Punkt, wo nichts mehr sicher war. Ich war seltsam genullt und das erlaubte mir alles was ich dachte, fühlte und lebte zu hinterfragen. Und bei diesem Hinterfragen stellte ich fest, dass mein Leben an vielen Stellen total schön war, aber an anderen Stellen total weit weg von meiner Wunschvorstellung.

Ich wollte mein Leben ändern, doch ich wusste nicht wie.

Sicher war nur, dass ich es so wie es war nicht auf Dauer aushalten würde. Mein Leben war zum Zeitpunkt der Fehlgeburt eine nicht enden wollenden To-Do Liste und irgendwann war dann diese Frage in meinem Kopf, wie das andere Mütter bloß machten.

Ich wollte herausfinden, wie man Mama sein kann, ohne sich dabei selbst zu verlieren.

Und dann tat ich etwas absolut verrücktes, ich beschloss andere Mütter einfach danach zu fragen. Ich wusste allerdings nicht, wie bereits erwähnt, was ich mit meinen Erkenntnissen anfangen wollte. Ungefähr ein dreiviertel Jahr nach dem ersten Interview, kam zum ersten Mal die Buchidee in meinen Kopf. Danach ging alles ganz schnell. Jetzt fast 2 ½ Jahre später ist “Mama, mutig, mittendrin” im Handel und irgendwie kann ich es immer noch nicht so richtig glauben, was aus meiner Idee geworden ist.

Kleiner Fun-Fact zum Schluss: Bis ich zum ersten Mal die Textbeschreibung des Vertriebs gelesen hatte, war mir gar nicht klar, dass ich einen Ratgeber geschrieben habe. Ich hatte einfach das Gefühl ich folge meiner Neugier.

War das schon immer ein Traum von dir? Ein eigenes Buch? Und, worum geht es in deinem ersten Werk?

Tief im inneren JA. Doch der Traum war ehrlich gesagt ziemlich weit weg. Ich wollte aber tatsächlich nach dem Abi bereits Germanistik oder Journalismus studieren, doch die Tatsache, dass ich erst ziemlich spät gut lesen und schreiben konnte, hielt mich davon ab. Bevor ich den Traum vom Buch also richtig zulassen konnte, musste ich erst ein paar Glaubenssätze wie z.B. “Wer bin ich schon, dass ich ein Buch schreiben will” aus dem Weg räumen. Mit der richtigen Idee an der Seite, war das schreiben des Buchs irgendwann einfach die logische Schlussfolgerung von all meinen Minischritten die ich bereits gemacht hatte.

In “Mama, mutig, mittendrin” geht es darum, dass es nicht den einen Weg als Mama gibt, sondern immer nur den eigenen. Ich will mit diesem Buch Mamas inspirieren und Mut machen!

In insgesamt 5 Kapiteln zeige ich, dass Familie bunt ist und das es sich lohnt ein selbstbestimmtes Mamaleben zu führen. Das Herzstück von “Mama, mutig, mittendrin” sind ganz klar die 30 Mütter-Interviews und Erfahrungsberichte. Diese findet man in den Kapitel “Mama Support”, “Mama und noch viel mehr” und “Mama@work”. Aber auch die ersten beiden Kapitel “Mama werden” und “Mama sein” sind unglaublich spannend. Ich glaube es kommt halt auch immer darauf an, an welchem Punkt du stehst. Im Kapitel “Mama werden” hinterfrage ich z.B. viele Dinge, auch unser heutiges Mütterbild. Woher kommt es, was macht es mit mir? Und vor allem will ich das überhaupt? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen waren auch als gestandene Mama unheimlich interessant. Im zweiten Kapitel “Mama sein” ziehe ich offen und ehrlich Bilanz, was sich alles ändert, wenn man Mama wird. Eins meiner Lieblingsthemen hierbei ist das Thema Körper aber auch Paarbeziehung. Ich finde gerade in Sachen Mamabody gibt es noch zu wenig Deep Talk, da wollte ich entgegenwirken. Im Kapitel “Mama-Support” dreht sich dann alles darum, wie wir Gleichgesinnte finden können, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und wie wir so richtig in unsere Kraft kommen. Bei “Mama und noch viel mehr” geht es um Träume, Mode und die unterschiedlichsten Familienmodelle. Im letzten Kapitel “Mama@work” dreht sich alles um das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und auch hier zeige ich die unterschiedlichsten Modelle auf. Denn wie ich bereits zu Beginn sagte: Es gibt immer nur den eigenen Weg.

Kurz gesagt “Mama, mutig, mittendrin” ist eine Liebeserklärung an das bunte Familienleben!

In deinem Buch zeigst du ganz unterschiedliche Frauen. Eine davon durfte ich sein – darüber freue ich mich sehr. Konntest du für dich selbst auch Erkenntnisse aus den vielen Interviews und den Austausch mit den anderen Mamis ziehen?

Ja, auf jeden Fall! Ich sage ja immer so schön “Die Frauen aus dem Buch haben mich gerettet ohne es überhaupt zu wissen” und das ist tatsächlich so! Jede Frau, aus diesem Buch, hat mich für einen Moment an ihrem Leben teilhaben lassen und hat mir so ein ganz großes Geschenk gemacht. Ich konnte beobachten und zuhören und dabei habe ich unglaublich viel gelernt. Meine persönlichen Erkenntnisse fließen immer wieder mit ein, sowohl im Fließtext z.B. in den Erfahrungsberichten, aber auch am Ende der Kapitel in Form von einer kleiner Zusammenfassung meiner Erkenntnisse. Eins meiner größten Learnings war, dass es “Schubladen” in Form von Bewertung und Verurteilung nur gibt, wenn wir sie selbst öffnen. Und das wir oft total unbewusst eine öffnen, dass wir aber dennoch die Möglichkeit haben sie selbst wieder zu schließen, sobald es uns auffällt..

 

Was ist für dich die größte Challenge als Mama und was ist das Schönste am Mamasein?

Das schönste am Mamasein ist ganz klar diese unfassbare Liebe, die man selbst fühlt, aber auch die, die einem entgegengebracht wird. Und (ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage) ich mag auch diesen Wachstumsprozess, den man automatisch mit seinen Kindern durchläuft. Ich weiß nicht, ob ich mich so schnell entwickelt hätte, wenn ich nicht so unbequeme Phasen mit den Kindern durchlebt hätte. Von Kindern kann man unglaublich viel lernen und ich mag ihre unverbogene, ehrlich Art. Kinder reden nicht um den heißen Brei, sondern sagen immer genau das was sie denken und es macht Spaß die Welt durch ihre Augen zu sehen.

Die größte Challenge ist, mir meinen Freiraum zu schaffen und zu bewahren.

Es ist ein leichtes sich in stressigen Momenten zurückzunehmen und hinten an zu stellen und dann irgendwann darüber zu jammern. Doch das will ich nicht. In diesen Momenten dann die Stärke zu finden, Eigenverantwortung zu übernehmen und somit für meine eigenen Bedürfnisse einzustehen, dass ist die größte Herausforderung für mich. Doch ich habe einfach gelernt, wenn es mir gut geht kann ich auch dafür sorgen, dass es anderen gut geht und deshalb stehe ich für mich persönlich an erster Stelle auch wenn mir das echt schwerfällt.

#mamamutigmittendrin

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