Sechs Überlebenstipps für das Backen mit Kleinkindern – inklusive Rezept für schnelle Brötchen

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Backen mit Kleinkindern ist eine tolle Sache: Die Kinder haben Spaß, können Zutaten kennenlernen, ein bisschen probieren (und sind beschäftigt). Sie lernen nebenbei, wie man mit Lebensmitteln umgeht und welche Regeln es beim Backen gibt. Nicht zu vergessen: am Schluss gibt es ein leckeres Ergebnis.

Wer jedoch Angst vor einer dreckigen Küche, angebrannten Backwaren und wilden Mehlschlachten hat, dem lass gesagt sein: Diese Angst ist vollkommen berechtigt! Mit unseren Tipps für das Backen mit Kleinkindern können zumindest größere Katastrophen (hoffentlich) verhindert werden. Außerdem haben wir ein leckeres Brötchenrezept für euch, dass sich toll mit kleinen Kindern zubereiten lässt.

Vorbereitung ist alles

In der Restaurantküche nennt sich das Prinzip „Mise-en-place“: Also die Vorbereitung aller Zutaten und Utensilien, die für das Zubereiten eines Essens gebraucht werden.

Nicht nur für gehobene Gastronomie ist Vorbereitung wichtig – auch beim Backen mit Kleinkindern erspart uns das eine Menge Stress, Nerven und Arbeit. Denn wehe dem, der sich umdreht, um ein Ei aus dem Kühlschrank zu holen und dabei Kleinkind und Mehl unbeaufsichtigt lässt! Ich habe mir also (ein paar Mehlunfälle später) angewöhnt, alle benötigten Zutaten und das Backzubehör auf der Arbeitsfläche zu positionieren, damit sie direkt einsatzbereit sind.

 

Passende Backwerkzeuge für kleine Hände

Ausrollen, Plätzchen ausstechen, Teig glätten, schneiden und rühren – das alles geht am besten mit dem richtigen Werkzeug. Die meisten Küchenutensilien gibt es auch in Miniaturform, damit Kinder besser mit ihnen hantieren können.

Meine Tochter liebt ihr kleines Nudelholz, mit dem sie tatsächlich schon erstaunlich gut Teig ausrollen kann. Sie hat ein eigenes (stumpfes) Schneidemesser und einen kleinen Teigschaber.

Natürlich müssen die Kinder auch auf die richtige Arbeitshöhe kommen. Es gibt zum Beispiel passende Hocker oder hohe Stühle. Für kleine Kinder ist außerdem ein Lernturm toll geeignet, auf den sie selbstständig klettern können und oben vorm Runterfallen geschützt sind.

 

Kindgerechte Aufgaben

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Kleinkinder sehr gerne eigene Aufgaben bekommen, die sie selbstständig erledigen können. Beim Backen gibt es viele Dinge, bei denen Kinder helfen und so gleichzeitig ihre Eigenständigkeit und die Feinmotorik ausbauen können:

  • Teig kneten
  • Kekse zerbröseln
  • Umrühren
  • Backformen einfetten
  • Puderzucker auf den Kuchen sieben
  • Teig zu Brötchen formen
  • Eier aufschlagen (Achtung: nur für besonders nervenstarke Eltern ratsam, die sich nicht an ein paar Eierschalen im Kuchen stören!)

Außerdem gibt es beim Backen viele Aufgaben, die Groß und Klein zusammen erledigen können.

  • Den Mixer bedienen
  • Mit dem „echten“, scharfen Messer schneiden
  • Zutaten abmessen und wiegen
  • Butter und Schokolade schmelzen

Süße Backwaren werden bei uns am Schluss immer noch verziert: Meine Tochter nimmt dafür eine Tube mit flüssiger Lebensmittelfarbe und malt damit kleine Punkte oder Fantasiebilder auf Kuchen, Muffins und Brownies. Das macht großen Spaß und sieht schön aus.

 

Passende Rezepte für Kleinkinder

Kleine Kinder haben bekanntermaßen keine endlose Ausdauer. Sie warten nicht gerne, bis der Teig gegangen ist oder alle Äpfel geschnippelt sind.

Manche Backrezepte beinhalten viele kleine Zwischenschritte, manche Teigsorten müssen stundenlang ruhen. Daher ist es oft ratsam, den Teig für das Backen mit Kleinkindern vorzubereiten, um keinen Frust über lange Wartezeiten aufkommen zu lassen. Oder ihr wählt ein Rezept, das schnell geht und unkompliziert ist.

Wir haben ein Familienrezept für leckere Brötchen, das wir häufig zusammen backen. Der große Pluspunkt an diesem Rezept: Es kommt ohne Hefe aus, also muss der Teig nicht gehen, sondern kann gleich zu Brötchen geformt und in den Ofen geschoben werden. Manche der Zutaten können ein variiert werden, je nach dem, was man gerade Zuhause hat. Die Brötchen lassen sich also auch spontan backen, wenn es draußen regnet und die Ideen zur Kinderbeschäftigung ausgegangen sind.


Schnelle Brötchen ohne Hefe

Zutaten

350 g Weizenmehl + etwas Mehl für die Arbeitsfläche (geht auch mit Dinkel- oder Vollkornmehl)
1 Pckg. Backpulver
250 g Quark (es geht auch mit Joghurt, wenn kein Quark vorrätig ist. Dann muss ggf. etwas mehr Mehl hinzugefügt werden)
70 g Butter (oder 2 EL Öl – neutral schmeckendes Öl, kein Olivenöl!)
1 Ei
½ TL Salz
2 TL Zucker
1 Prise Muskatnuss

Zubereitung

Backofen vorheizen (Ober- und Unterhitze: 200 Grad/ Umluft 180 Grad). Butter schmelzen, Quark mit Ei, geschmolzener Butter, Zucker, Salz und Muskatnuss verrühren. Mehl in einer großen Backschüssel mit Backpulver vermischen, Quarkgemisch unter Rühren nach und nach dazugeben. Mit dem Handrührgerät (Knethaken) den Teig verrühren. Etwas Mehl auf die Arbeitsfläche geben. Aus dem fertigen Teig eine Rolle formen. Die Rolle mit dem Messer in acht gleich große Stücke schneiden Stücke zu Brötchen formen, auf das mit Backpapier belegte Backblech legen. Brötchen auf der Oberseite in Kreuzform einritzen. Backblech in den Ofen schieben.

Backzeit: 15-20 Minuten.
Die Brötchen am besten noch warm essen. Lasst es euch schmecken!


Sicherheit beim Backen

„Messer, Gabel, Schere, Licht sind für kleine Kinder nicht“, hieß es früher. Ich bin anderer Meinung. Unter Aufsicht können auch Kleinkinder schon mit Messern schneiden – das senkt den Reiz des Verbotenen und sie können zusammen mit Mama und Papa üben, wie ein Messer gehalten wird, ohne sich zu schneiden. Der richtige Umgang mit dem heißen Backofen und dem Herd ist ein wichtiges Lernziel und kann schon früh mit den Kleinen erprobt werden.

Egal ob Bio oder nicht – rohe Eier sind für kleine Kinder tatsächlich nicht geeignet. Das stellt beim Backen ein kleines Dilemma dar, denn das beste an der ganzen Sache ist und bleibt doch das Teignaschen! Es gibt einige vegane Kuchenrezepte, die ohne Ei auskommen. Oder man lässt das Kind vom Teig probieren, bevor das Ei reinkommt.

 

Keine Angst vor Chaos in der Küche

Der wichtigste Tipp zuletzt: Wer mit Kleinkindern backen will, wird anschließend eine Chaosküche haben. Das lässt sich einfach nicht vermeiden.

Am besten für die Nerven ist es also, das Chaos zu akzeptieren und sich in sein Schicksal zu ergeben. Für das Kind ist es frustrierend, wenn permanent Verbote ausgesprochen werden und die Eltern sind schnell gestresst, wenn sie die ganze Zeit damit beschäftigt sind, die Kleinen zu kontrollieren.

Viel Spaß beim Backen und gute Nerven!

 

 


Über die Autorin

Julie von Berg arbeitet als freie Texterin und PR-Redakteurin. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann, ihrer Tochter, ihren Eltern und zwei Katzen in einem Mehrgenerationenhaus in der Nähe von Köln. Das Schreiben ist ihre große Leidenschaft und sie arbeitet gerade an ihrem ersten Buch. Ihre Gedanken zum Thema Geschlechterklischees liest du hier!

 

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